Kapitel 2.1

Des Pandas erstes Ziel

Nur wenige Tage, nachdem sich der Panda auf den Weg gemacht hatte, kreuzte die erste Ortschaf seinen Weg.

Es war das erste Ziel seiner Reise, die eine sehr lange Reise werden sollte. Auch wenn ihm das zu diesem Zeitpunkt der Geschichte noch nicht bewusst war. Er dachte sich, dass er zunächst einen Ort aufsuchen müsse, an dem er mehr über das flüssige schwarze Gold erfahren könne.

Menschen hatte er bisher nur mit riesigen Maschinen gesehen.

Die verursachten erstens viel zu viel Lärm für seinen Geschmack und zweitens transportierten sie die ganzen Bäume ab, in deren Schatten er es sich im Sommer immer gemütlich machte. Je näher er sich dem Stadtrand näherte, desto mehr stieg die Spannung. Er wusste ja nicht, was ihn dort erwarten würde! Der Panda blieb für einen Moment stehen, atmete tief ein und aus, packte all seinen Mut und machte sich auf das Schlimmste gefasst.

Er schlenderte am Ortsschild vorbei, wie Pandas halt so schlendern, und betrat die erste Ortschaft mit Lebewesen, die nicht seiner Art entsprachen. Es war erstaunlicherweise leer auf den Straßen, doch nach wenigen Minuten begegnete er dem ersten Bewohner.

„Guten Tag! Pandas treffen wir hier für gewöhnlich nicht an. Aber es freut mich, dich in unserer Gemeinde begrüßen zu dürfen!“ entgegnete ihm der Passant. „Du wunderst dich vielleicht, warum niemand unterwegs ist. Das kann ich dir ganz einfach erklären. Wir haben hier ein Café und meistens hält sich der Großteil der Bürger und Gäste dort auf. Man munkelt, es gäbe da den besten Kaffee im Umkreis von 4 Tagen Fußmarsch und für meinen Geschmack haben die Leute Recht. Dort solltest du direkt mal vorbeischauen, denn wie ich sehe, hast du eine Mokkakanne dabei. Im Café wird man dich auf jeden Fall für deine weitere Reise gut ausstatten können“. Die Augen des Pandas wurden mit jedem Satz größer und größer. Er bedankte sich aufrichtig und spurtete los.

„Die Menschen sind ja gar nicht so schlimm, wie man sich unter meinesgleichen erzählt.“

Der Panda dachte noch über seine positiven Eindrücke nach, als er in die Straße einbog, in der sich das Café befand. Er brauchte nicht zu suchen, denn es war nicht zu übersehen, um welches Haus es sich handelte: Eine Traube von Menschen stand auf der Straße – von jung bis alt. Sie alle hatten eine Tasse in der Hand und schienen sehr glücklich und zufrieden.

Der Panda stürzte sich ins Getümmel. Er betrat das Café, in dem es wunderbar nach frisch gebrühtem Kaffee duftete. Solch einen Geruch hatte er, soweit er sich erinnern konnte, noch nie geschnuppet. Hin und weg von der Entscheidung, sich auf den Weg nach guten Kaffee gemacht zu haben, trat er an die Ladentheke heran. So wissbegierig wie nie zuvor in seinem Leben.

„Wie kommt es, dass ich noch nie solch einen Duft gerochen habe? Warum ist der Kaffee, den wir uns aus den Lagern der Waldarbeiter beschaffen, immer so bitter? Und außerdem: Was sind das für Maschinen, die hinter Ihnen stehen?“ – „Ganz ruhig. Such dir doch erstmal einen Kaffee aus und nimm Platz. Dann komme ich gleich zu dir und werde dir mal ein bisschen was über Kaffee und seine Herkunft erzählen.“ Die Dame an der Theke zwinkerte ihm zu. „Wie einen Kaffee aussuchen?“ brabbelte der Panda. Die Barista lachte herzlich. “Oh, je! Du musst noch sehr viel lernen, um zu verstehen, was guten Kaffee eigentlich ausmacht. Aber kein Problem. Ich nehme mir ein wenig Zeit, um dir zumindest die Grundlagen zu erklären. Und mach dir keine Gedanken über deine Wahl, ich werde dir etwas aussuchen.“

Der Panda, völlig erstaunt über das, was er gerade gehört hatte, nahm an einem kleinen Tisch in der Ecke des Cafés platz.

 Von hier aus konnte er die ganze Szenerie beobachten.

„Darf ich dich portraitieren?“ Ein junger Mann am Nebentisch blickte zum Panda auf. Er war dunkel gekleidet und hatte wie jeder andere auch eine dampfende Tasse Kaffee vor sich stehen. Außerdem hatte der Mann ein kleines Notizbuch. „Wie komme ich zu der Ehre?“ fragte ihn der Panda. „Nunja. Ich bin immer auf der Suche nach Kuriositäten. Und einen kaffee-liebenden Panda hier in diesem Café anzutreffen, gehört definitiv zu meinen kuriosesten Begegnungen der letzten Zeit.“
Der Panda grinste verlegen. Weil er sich nicht anders zu helfen wusste, erzählte er ein wenig über sich und seine nächsten Schritte. „Weißt du was? Ich finde deine Geschichte großartig! Meinst du, ich könnte dich für einen Teil der Reise begleiten? Den Kaffee hier kenne ich schon in und auswendig und mir hat bisher der Grund gefehlt, meine Sachen zu packen und in die große weite Welt zu ziehen. Ich werde deine Reise in meinem Notizbuch festhalten, um der Welt davon berichten zu können, was für verrückte Pandas es doch gibt!“

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